| ...e der feinsten uns aus dem Altertum erhaltenen
aesthetischen Arbeiten, ruehrt sicher wenn nicht von einem Juden, so doch von
einem Manne her, der Homeros und Moses gleichmaessig verehrte ^4. Eine andere,
ebenfalls anonyme Schrift ueber das Weltganze, gleichfalls ein in seiner Art
achtbarer Versuch, die Lehre des Aristoteles mit der der Stoa zu verschmelzen,
ist vielleicht auch von einem Juden geschrieben, sicher dem angesehensten und
hoechstgestellten Juden der neronischen Zeit, dem Generalstabschef des Corbulo
und des Titus, Tiberius Alexandros gewidmet. Am deutlichsten tritt uns die
Vermaehlung der beiden Geisteswelten entgegen in der juedisch-alexandrinischen
Philosophie, dem schaerfsten und greifbarsten Ausdruck einer das Wesen des
Judentums nicht bloss ergreifenden, sondern auch angreifenden religioesen
Bewegung. Die hellenische Geistesentwicklung lag im Kampf mit den nationalen
Religionen aller Art, indem sie deren Anschauungen entweder negierte oder auch
mit anderem In... |