| | Ergebnis aus der Aquesta Online-Bibliothek | | ...weitern Vorteil, daß sie sich nur um so inniger an
ihn anschließt. Sie versteht ihn eigentlich gar nicht:
woran er zweifelt, ist ihr über allem Zweifel erhabene
Wahrheit. Aber während er so ihren Glauben erbaut,
untergräbt er ihn zugleich; denn Schließlich steht er
selber vor ihren Glaubensaugen nicht mehr als ein
Mensch, sondern als ein Gott. Nur möchte ich nicht
mißverstanden werden. Es könnte ja scheinen, als
machte ich ihn zu einem niedrigen Heuchler, und das
ist er nicht. Gretchen selbst hat die ganze Geschichte
zur Sprache gebracht; mit halbem Auge überschaut er
die Herrlichkeit, die sie zu besitzen glaubt, und sieht,
daß dieselbe nicht vor seinem Zweifel bestehen kann.
Er will ihr den Reichtum nicht rauben, sondern in
einer gewissen Gutmütigkeit läßt er sich zu ihr herab
und freut sich, wenn er es sieht, wie sie sich alles aneignet. | Philosophie -> Kierkegaard, Sören -> Entweder-Oder -> 2. Erster Teil -> Schattenrisse -> 3. Margarete | | | Ergebnis aus Wikix.de | | Du kamst! Und siehe da, wir hatten
Grad siebenundzwanzig Grad im Schatten
Doch du, liebes Gretchen,
Als betriebsames Mädchen,
Warst trotz der Hitz
Flink auf wie der Blitz.
Hast Beeren gepflückt,
Hast Zwetschen zerdrückt,
Hast Bändeln gestickt
Und hast gestrickt
An einem Strumpfe wunderbar,
Der so langsam wächst, daß mancher gar
Bedenklich fragt, ja fast beklommen:
Ach, wann wird der zur Reife kommen? -
Und willst du schon fort von hier. -
Leb wohl! Indes, das hoffen wir,
Daß du längst wieder mal bei uns bist,
Eh' dieser Strumpf halb fertig ist.
Wilhelm Busch, 1832 - 1908
... | | Reime, Verse, Gedichte | | | |
|