| | Seite: [1] 2 3 | | | Ergebnis aus der Aquesta Online-Bibliothek | | ... jeden Morgen kehrt sie zurück,
und daher ihre jungfräuliche Frische. Sie sah so
jugendlich und doch so gereift aus, als wenn die
Natur, wie eine zärtliche und reiche Mutter, sie erst in
diesem Augenblick aus ihrer Hand entlassen hatte.
Mir war's, als hätte ich diese Abschiedsszene belauscht,
ich sah, wie jene liebreiche Mutter sie noch
einmal zum Abschied umarmte, ich hörte, wie sie ihr
sagte: »Geh nun hinaus in die Welt, mein Kind, ich
habe alles für dich gethan, nimm diesen Kuß als ein
Siegel auf deine Lippen, es ist ein Siegel, welches das
Heiligtum bewahrt, niemand kann es brechen, wenn
du es nicht selber willst; aber wenn der Rechte
kommt, dann wirst du ihn verstehen.« Und sie drückte
einen | Philosophie -> Kierkegaard, Sören -> Entweder-Oder -> 2. Erster Teil -> Das Tagebuch des Verführers | | | Ergebnis aus Wikix.de | | ... turnst du an die Wände
mit den Augen, seelengroß?
Warum stocherst du die Zähne,
die doch rein und schmerzlos sind?
Warum zerrst du an der Mähne
deiner Fuchsfellboa, Kind?
Warum wühlst du in der Tasche,
die dir niederhängt vom Hals?
Warum spielst du an der Masche
deines wollgestrickten Schals?
Warum schiebst du auf und nieder,
schließt und öffnest deinen Gurt?
Warum drückst du an dein Mieder
den Geburtstagsbrief von Kurt?
Warum willst du plötzlich weinen,
denkst du doch an seinen Kuß?
Warum zuckst du mit den Beinen?
Warum stampfst du mit dem Fuß?
Jetzt ergießt im Tränenstrome
wild sich die Melancholie ...
Liebes Kind, das sind Symptome
aufgelegter Hysterie.
(Erich Mühsam 1878–1934) | | Reime, Verse, Gedichte | | | | | Seite: [1] 2 3 | |
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