| ...sich bewusst worden war,
so stand jetzt, wo dies Bewusstsein sich eingestellt hatte, weder bei den
Griechen noch bei den Roemern ein Mann auf, der ihm den rechten Ausdruck zu
leihen vermochte. Eine roemische Geschichtschreibung, sagt Cicero, gibt es
nicht; und soweit wir urteilen koennen, ist dies nicht mehr als die einfache
Wahrheit. Die Forschung wendet von der Geschichtschreibung sich ab, die
Geschichtschreibung von der Forschung; die historische Literatur schwankt
zwischen dem Schulbuch und dem Roman. Alle reinen Kunstgattungen, Epos, Drama,
Lyrik, Historie, sind nichtig in dieser nichtigen Welt; aber in keiner Gattung
spiegelt doch der geistige Verfall der ciceronischen Zeit in so grauenvoller
Klarheit sich wieder wie in ihrer Historiographie.
Die kleine historische Literatur dieser Zeit weist dagegen unter vielen
geringfuegigen und verschollenen Produktionen eine Schrift ersten Ranges auf:
die Memoiren Caesars oder vielmehr der militaerische Rapport des demokratis... |