| | Seite: [1] 2 | | | Ergebnis aus der Aquesta Online-Bibliothek | | ...eint es hiermit nicht tragisch, sondern
– schlecht. – Sollte man nun nicht glauben, es
müsse ein Königreich von lauter Göttern sein, dieses
Geschlecht, in welchem auch ich die Ehre habe zu
leben? Allein dem ist keineswegs so: die Kraftfülle,
der sittliche Mut, der so seines Glückes Schmied und
Schöpfer, ja sein eigner Schöpfer sein will, ist eine Illusion;
und während unsre Zeit das wahrhaft Tragische
verliert, gewinnt sie dafür – die Verzweiflung. In
dem Tragischen liegt eine Wehmut und zugleich eine
Heilkraft, die man fürwahr nicht verschmähen sollte;
und während man auf so un-und übernatürliche
Weise, wie unsre Zeit es versucht, sich selbst (sein
Sittliches Ideal) gewinnen will, verliert man sich
selbst, und man wird einfach komisch. Jedes Individuum,
mag es auch zu den Originalen gehören, ist
und bleibt doch immer ein Kind Gottes, seiner Zeit,
seines Volkes, seiner Familie, seiner Freunde, und hat
erst hierin seine Wahrheit. Will es, in dieser seiner
... | Philosophie -> Kierkegaard, Sören -> Entweder-Oder -> 2. Erster Teil -> Der Reflex des Antik-Tragischen in dem Modern-Tragischen | | | Ergebnis aus Wikix.de | | Bei jeder Wendung Deiner Lebensbahn,
auch wenn sie glückverheißend sich erweitert
und Du verlierst, um Größeres zu gewinnen.
Betroffen stehst Du plötzlich still, den Blick
gedankenvoll auf das Vergangne heftend.
Die Wehmut lehnt an Deine Schulter sich
und wiederholt in Deine Seele Dir,
wie lieblich alles war, und dass es nun
damit vorbei auf immer sei, auf immer!
Ja, liebes Kind, und Dir sei unverholen:
Was vor Dir liegt von künft'gem Jugendglück,
die Spanne mißt es einer Mädchenhand.
Doch also ward des Lebens Ordnung uns
gesetzt von Gott: den schreckt sie nimmermehr,
der einmal recht in seinem Geist gefaßt,
was unser Dasein soll. Du freue Dich
gehabter Freude, andre Freuden folgen,
den Ernst beglei... | | Reime, Verse, Gedichte | | | | | Seite: [1] 2 | |
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