| ... klar, frei von aller Steifheit und von aller Affektion und scheint selbst im Trauerspiel dem Pathos gleichsam absichtlich aus dem Wege zu gehen; die Verse, trotz des nicht seltenen Hiatus und mancher anderen, späterhin beseitigten Lizenzen, fließen leicht und schön 19. Wenn die Quasipoesie des Livius etwa wie bei uns die Gottschedische aus rein äußerlichen Impulsen hervor- und durchaus am Gängelbande der Griechen ging, so emanzipierte sein Nachfolger die römische Poesie und traf mit der wahren Wünschelrute des Dichters diejenigen Quellen, aus denen allein in Italien eine volkstümliche Dichtung entspringen konnte: die Nationalgeschichte und die Komik. Die epische Dichtung lieferte nicht mehr bloß dem Schulmeister ein Lesebuch, sondern wandte sich selbständig an das hörende und lesende Publikum. Die Bühnendichtung war bisher, gleich der Kostümverfertigung, ein Nebengeschäft des Schauspielers oder eine Handlangerei für denselben gewesen; mit Naevius wandte das Verhältnis sich um und der Schauspieler... |